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The Botanist Islay Dry Gin – GINtastic! Ein genussvoller Erfahrungsbericht.

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Bei einem Kurztrip nach M’Gladbach hatten wir das Vergnügen, zufällig an einem Tasting der Bruichladdich Destillery teilnehmen zu dürfen. Eine entspannte Gruppe von 10 Personen wurde vom Bruichladdich Brand Ambassador Ewald Stromer in die Welt der Laddies“ eingeführt. Er ist ein absoluter Meister seines Fachs, der sein Handwerk von der Pieke auf gelernt hat. Er ist  wirklich sympathisch und einfach extrem kompetent. Solltet ihr die Chance haben, an einem seiner Tastings teilnehmen zu dürfen: nutzt sie! Er hat die Latte so hoch gelegt, dass bislang kein anderer mithalten konnte. Ich hoffe, ihn bald mal wieder erleben zu dürfen.

Bruichladdich Tasting

Die Gruppe bestand fast durchgängig aus „Anfängern“, was den Abend aber erstrecht entspannt machte. Keiner versuchte krampfhaft mit Wissen zu glänzen, jeder hat sich auf Ewald eingelassen, der uns alle mit auf eine Genussreise in die Welt der Whiskys & Gins nahm. Neben Geschichte zur Destillery gab es verständliches, fachliches Input auf höchstem Niveau, gepaart mit Lachen, Freude und Genuss. Schöner hätte der Abend nicht sein können! Wir sind seitdem endgültig vom Virus erfasst, echte Whisky-Fans eben.

Aber: auch für uns gab es an dem Abend eine Überraschung!

Denn, was viele nicht wissen: Die Bruichladdich Destillery versteht sich nicht nur auf Whisky, sondern auch auf Gin. Mit dem „The Botanist – Islay Dry Gin“ hat sie einen besonders spannenden, geschmackvollen Gin aufgelegt.
Von diesem Gin möchte ich euch heute mehr berichten, weil er inzwischen zu unserem „Standard-Repertoire“ gehört. Wir lieben ihn.

Viele Gins schmecken – nein, das ist das Problem – sie schmecken nicht. Nach nichts. Geschmacklos. Man würde kaum einen Unterschied zwischen einigen Gins und einem Vodka schmecken. Sowas ist schade.
Bruichladdich hat jedoch einen Gin mit GESCHMACK erschaffen. Er passt in die hohe Garde der schottischen Gins, die den Gaumen verwöhnen und nicht umsonst in vieler Munde sind. Die Qualität ist besonders – was aber bei Bruichladdich nicht überrascht. Hier hat schon immer alles gepasst.

In der Destille „Uggly Betty“ wird der Gin aus 22 lokalen Kräutern und Pflanzen (Botanicals) und 9 weiteren, klassischen Gin-Pflanzen produziert. Die Destille war ursprünglich für den huseigenen Single Malt Whisky vorgesehen und funktioniert als Mischung aus Kupferbrennblase und Lomond-Still-Verfahren (Mischform aus pot still und column still). Sie kommt heute nur noch in den Destillen von Bruichladdich und Scapa, jedoch ohne die Kupferplatten, zum Einsatz.

Der Botanist hat 46% Vol. und wird – eine Besonderheit – sehr langsam mit wenig Druck destilliert. Dadurch wirkt er sehr mild. Der Botanist Islay Dry Gin selbst hat 46% Vol. und wird neben den handverlesenen Zutaten unter geringem Druck und sehr langsam destilliert, wodurch der Gin selbst sehr mild wirkt.

Das Bouquet besticht durch eine hohe Komplexität. Es erwarten uns Nuancen von Apfelminze und Menthol, feine Noten von würzigem Koriander, Anis und Wacholder, sowie Aromen nach Orange und Zitronen. Im nächsten Moment offenbaren sich Sommerblüten, ein Hauch von Honig, Kokos und mehr. Noten, welche die die raue Schönheit der Insel Islay mit ihren von Heidekraut bedeckten Flächen offenbaren.

Die vollmundige, klaren Geschmacksnotentreten hier in ausgeglichene Balance zueinander auf und verraten die sorgfältige Destillation in einer alten Pot Still Anlage.

Für mich ein absoluter TOP Gin.

Mein Genuss-Empfehlung für einen Luxus-Gin-Tonic:

  • 2 cl Bruichladdich „The Botanist“
  • Eiswürfel
  • 2-3 Stängel Zitronen-Thymian (Glasrand abreiben und dann mit ins Glas geben)
  • auffüllen mit 0,1-0,2 l Tonic Water (Fever Tree, Henrys, sonstige), je nach Geschmack

Der „Botanist“ ist auch pur „on the rocks“ mit etwas Zitronenthymian ein Genuss!

Noch etwas Geschichte zur Destille

 

Die Whiskykreationen von Bruichladdich sind bekannt und bei Kennern und Anfängern geschätzt. Die Destille wurde 1881 am Rande von Loch Indaal an de westlichen Ausläufern der Insel Islay gegründet. Sie war zu diese Zeitpunkt die modernste Destille ihrer Art. Eine Besonderheit: der größte Teil der Ausstattung ist noch heute in Benutzung! Die wirtschaftliche Geschichte von Bruichladdich ist von Höhen und Tiefen geprägt. Es gab mehrere Produktionsstillegungen, zuletzt 1994. Im Dezember 2000 wurde sie von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Wright für ca. 7.5 Mio Pfund aufgekauft und von Grund auf renoviert. Sie gewannen den sagenhaften Jim McEwan (ehem. Bowmore Destillery) als Brennmeister.

 

Der wertvolle Bestand aus den Fässern der Bruichladdich Destillery diente als Fundament für die Jahre nach der Wiederinbetriebnahme.
2012 wurde bekannt gegeben, dass Bruichladdich an Remy Cointreau verkauft wurde.
Man entschied sich dafür, die Vielfalt der Abfüllungen einzuschränken und sich neu auszurichten. Viele Kenner trauerten um ihre Lieblingswhiskys, wie den Wave, Rocks oder den Peat.

 

Aus meiner Sicht hat die Neuausrichtung aber nicht geschadet. Es gibt ein wunderbares Sortiment an Whiskys für jede Geschmacksrichtung und nahezu jede Preisklasse. Die „Standards“, wie der Port Charlotte oder der Classic Laddie, beginnen bei ca. 50 € / Flasche, der Octomore liegt je nach Variante um 130-190 €.
Kenner, die ihre Geschmacksnerven auf eine inspirierende Reise schicken wollen, wählen den „Black Art“ – ein wirklicher Wahnsinn, bei dem man ständig neue Geschmacksnoten entdeckt, unergründlich – die schwarze Kunst, Magie pur.
Der „The Botanist – Islay Dry Gin“ ist für ca. 35-40 € im Fachhandel zu bekommen.

 

***

 

Auch wenn es sich bei alkoholischen Produkten dieser Preisklasse definitiv um Produkte für besondere Abende und Genuss handelt und nicht zum „mal eben schnell“ trinken (was man sowieso nie machen sollte), hier der bekannte Hinweis: Regelmäßiger Genuss von Alkohol bzw. alkoholischen Getränken kann zur Abhängigkeit führen. Alkohol reduziert das Reaktionsvermögen, beeinflusst die Motorik und wirkt enthemmend. Bitte nehmt NICHT mehr aktiv am Straßenverkehr teil, wenn ihr Alkohol getrunken habt!

 

 *Der Artikel enthält aufgrund der Vorstellung der Destille und des Produkts „Werbung“

Hier gibt es den Botanist zu kaufen

Werbung – Affilitate von Amazon – der Preis ändert sich für euch nicht, ich erhalte aber einen kleinen Obolus

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